Schon wieder!

Ja, schon wieder. Schon wieder auf sich allein gestellt, schon wieder 100% für sich selbst verantwortlich, schon wieder keine Schulter zum Anlehnen. Schon wieder keine starken Arme, die einen halten, wenn man fällt. Schon wieder kein offenes Ohr für die Hürden des Alltags. Schon wieder kein aufmunterndes Lächeln. Schon wieder keinen Anspruch erheben können auf gemeinsame Zeiten, ein Treffen, ein Telefonat, einen Spaziergang.

Sich schon wieder davon überzeugen müssen, dass allein sein doch mehr Vorteile als Nachteile bietet, mehr Freiheiten, mehr eigene Wünsche erfüllen.

So ein Quatsch, denke ich mir. Freiheit zu zweit, das ist viel schöner. Gemeinsam für Dinge kämpfen auch. Für zwei kochen, nicht alleine am Tisch sitzen. Nach Hause kommen und zu wissen, dass man erwartet wird.

Endlich ankommen. Im Leben. Endlich wissen, wo es lang geht. Endlich Gewissheit.
Ankommen. Nicht mehr finden. Nicht mehr reisen. Einfach nur da sein und genießen.

Ja, besser allein, als zu zweit einsam. Freundschaften pflegen, tanzen gehen, beten und Bibel lesen. An der Karriere feilen, endlich daran glauben, dass es tatsächlich Karrieremöglichkeiten gibt, nicht verzagen.

Wird alles! Wieso beschwerst du dich eigentlich? Dir geht es doch sehr gut zur Zeit. Und sowieso besser, als erwartet!?!
– Ja warum wohl??- Äh??
-Weil jetzt endlich mal etwas beschlossen wurde. Etwas ist nun ganz sicher. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Das ist jetzt fest. Bombensicher. Kein (ver)Suchen mehr. Kein Hoffen mehr, dass iiirgendetwas iiirgendwann iiirgendwie sein könnte.
Einfach genau wissen, woran man ist. Ist doch ganz einfach, ODER??!!! Ist nur doof, dass ich das nicht selbst von vornherein so beschlossen habe, verstehst du?! Mir wärs lieber, ich wüsste genau, was ich will. Und was ich nicht will. Weiß ich aber nicht. Nach wie vor nicht. Und deshalb gehts mir ja irgendwie gut. Weil ich mir jetzt eigentlich keine Gedanken mehr machen muss, was ich will. Denn jetzt gibts die Möglichkeit nicht mehr. Ich habe nicht mehr zu wollen. So einfach ist das. Das hat auch seine Vorteile, glaub mir.
Ich dachte schon mal sehr lange Zeit, dass ich nicht genau wüsste, was ich will. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, da wusste ich es plötzlich. Aber da hat auch jemand für mich entschieden, dass ich es nicht mehr so haben sollte. Da hat all die Gewissheit nichts geholfen. Und diesmal wusste ich es ja nicht mal genau. Insofern ist es nun viel einfacher. Zumindest muss ich mir den Kopf nicht darüber zerbrechen.
Ich habe nur immer noch Angst, etwas zu verlieren. Etwas sehr kostbares. Ein Zusammenhalt, eine wahre Freundschaft, eine Ehrlichkeit und eine große Offenheit, ein füreinander da sein, ein zusammen lachen und weinen, ein sich-nerven und ein sich-verstehen. Dieses Etwas ist es wert, bestehen zu bleiben, doch dafür müsste man kämpfen – und das geht nicht allein. Darin müssten wir uns sehr einig sein, damit es erhalten bleibt.
So lange wie möglich.

 

Tanze dein Leben

Ich denke Du hast Recht, Erik. Wie so oft. In so vielem. Es gibt durchaus Dinge, die mich glücklich machen und dazu gehören sicherlich auch Tanzen (wenn die Musik mir gefällt), mit Freunden lachen, den Vögeln lauschen, das Gesicht in die strahlende Sonne halten, schaukeln, im Neuschnee herumtoben… tausende Dinge eigentlich. Nur der Sinn des Lebens ist wohl doch ein viel tieferer, weiterer…

Ohne Berge gäbe es keine Täler und wo ein Schatten ist, muss auch Licht sein!

Weißt du, was mich so oft fasziniert?

Bäume!

Sie sind so groß und mächtig und wunderschön! Und sie haben eine Menge gesehen.

Christa Spilling-Nöker hat mehrere schöne Gedichte über Bäume geschrieben:

 

“Ich wünsche dir,

dass die Farbenpracht

blühender Blumen und Bäume

die Farbigkeit deiner Seele

neu belebt

und das Singen eines Vogels

in der Stille des Waldes

dich wieder neu aufhorchen lässt.

Der Duft frischer Erde,

süß riechender Blumen

und reifer Früchte

möge dich betören

und der Geschmack des Salzes,

den der Wind vom Meer her

auf deine Zunge trägt,

mögen in einem Hauch von Fernweh

versunkene Sehnsüchte in dir

wieder neu aufsteigen lassen.

Ich wünsche dir,

dass du in solchem Leben

mit wachen Sinnen erfährst,

dass Lebenslust dein Herz bewegt

und deine Zärtlichkeit

dich und den geliebten Menschen

glücklich macht.”

 

Umarme einen Baum! Dreh dich im Kreis! Werfe die Arme in die Luft! Feier das Leben!

Geh schaukeln!

Deine Danielle

Tanzen ist super!

Tanzen ist super!
Es bringt dich unter Leute, hinaus aus deiner Wohnung, deinem Loch. Du bist dann nicht mehr allein. Es macht Spaß, es bringt Freude: Man Lacht, man improvisiert, man probiert, man unterhält sich, man lernt Leute kennen, man sieht bekannte Gesichter. Und man kann denen begeistert zuschauen, die es richtig gut können – allein das schon beglückt. Und dennoch gibt es niemanden, der es perfekt kann. Tanzen ist immer Experiment, jeder macht es anders. Improvisation. Du bist ganz frei und kannst tun was du willst, bist freiem Lauf, darfst kreativ werden. Und noch dazu hörst du heitere Musik. Musik, die dir bekannt ist und Musik die dir neu ist: eine Entdeckungsreise.
Und das Beste überhaupt am Tanzen: Du bewegst dich. Du machst Sport. Es hat also nicht nur gute Auswirkungen auf deinen Geist, auf deine Seele, sondern auch auf deinen Körper! Das ist dann gleich dreifach gut, denn wie es so schön heißt, „Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper.“. Und es stimmt.
Wir sind Menschen. Wir brauchen unseren Körper und müssen ihn ernähren: nicht nur mit Essen, sondern auch mit Bewegung. Und auch mit einigen anderen Dingen noch. Menschlich sein.

Menschlich sein – glücklich sein. Der Mensch braucht nicht nur das wahre Glück (oder: wirkliche Freude, so wie du es nennst), sondern auch das kleine Glück. Und das kann er sich durchaus selbst beschaffen, meine ich. Zum Beispiel, indem er tanzen geht. Es ist aber wohl für jeden Menschen etwas anderes, das ihn glücklich macht. Und wenn ich mich jetzt auf die Parkbank setze und den Vögeln lausche, kann es auch das sein, was mich glücklich macht. Oder wenn ich meinen Mitbewohnern (und mir) etwas koche. Es gibt viele Dinge, die es sein können, auch Dinge, die für andere ganz komisch wirken mögen. Und natürlich gibt es dann noch ein anderes Glück, ein höheres, ein tieferes, in wahreres. Und mag es nur kurz Gott, der es dir geben kann, dich mit dem Glück beschenken kann, so musst du es sein, der sich öffnet und beschenken lässt. Wenn du für ihn nicht offen bist, wird er zu dir keinen Zugang finden.

In Summe kannst du nur das anderen weitergeben, was du selber auch besitzt. Wenn du müde bist, kannst du niemandem Kraft schenken, wenn du traurig bist, niemandem Heiterkeit, wenn du selbst erstickst, niemandem Freiheit, wenn du dich selbst nicht magst, kannst du niemanden lieben.

Ich glaube das meint der Spruch.