Geduuuuld

„Geduld, mein Kind, Geduld!“ Die sanfte, beruhigende Stimme aus einem Kinderfilm kann ich immer noch genau hören. Ruhig, liebevoll, empathisch.
Es ist so so so schwer, geduldig zu sein. Mit Schülern, mit Freunden, mit Mitmenschen.
Vor allem aber mit Geschwistern.
Eine Hippie, eine „Ernste“, eine Pubertierende und ein Erfinder.
Ach ja. Ich auch noch. Die Älteste (es ist schwer sich selbst in einem Wort zu beschreiben..was mir vermutlich genauso untreffend gelingen würde wie mit den anderen vieren (und die „Ernste“ würde mich momentan einfach nur „Schauspielerin“ nennen. HAHA!)).
Puuuh.
So lustig es manchmal ist, so angeregt können die Unterhaltungen sein und so verschieden die Ansichten.
Ich frage mich ernsthaft, ob wir nicht eigentlich viel mehr gemeinsam haben müssten. So, dass man von außen betrachtet auch sofort erkennt, dass wir 50% des selben Genmaterials besitzen. A. C. G. T. Hmm.

Liebe und Geduld. Was ist schwerer? Bedingungslose Liebe oder unendliche Geduld? Und dann noch die Kombination aus beidem. Es scheint schier unmöglich zu sein, auch nur einen einzigen Menschen bedingungslos und geduldig zu lieben.

Nun ja.. die „Ernste“: sie legt alles auf die Goldwaage, denkt über jedes noch so kleine Wörtchen nach und zerbricht sich regelmäßig den Kopf.

Die Hippie: sie hüpft von einer Party zur nächsten und bekommt ihr Studium trotzdem auf die Reihe. Na ja, talentiert sind sie alle vier.

Die Pubertierende: so langsam wird sie vernünftig und ich kann mich mit ihr mitlerweile länger als 10 Minuten unterhalten, ohne dass es nur ums Wetter geht.

Der Erfinder: noch sammelt er Steine, Fossilien und Hagelzucker (letzteren hat er unter seinem Bett versteckt und zu seinem Pech hat Mama gestern seine Räuberhöhle entdeckt) und baut große Gebäude mit Kapla-Klötzchen.

Und ich? Ich versuche, endlich erwachsen zu werden und meine Eltern nicht unnötig zu beunruhigen, was mir zumindest manchmal erfolgreich gelingt.