46 Tage

46 Tage

Es ist alles anders. Momentan kann ich gar nicht richtig denken. Wie das von einem Moment auf den anderen so anders sein kann! Es fühlt sich wahnsinnig gut an. Das Leben kommt wieder, so als hätte ich Jahre lang geschlafen oder unter der Erde gelebt, erwache ich mit neuer Freude, mit Lebensfreude. Alles macht plötzlich so viel mehr Sinn. Nur bin ich in der Realität noch nicht ganz da, wo ich ihn meinen Gedanken bin. Da hoff ich inständig, dass sich das möglichst bald annähert. Ich bin sehr glücklich, muss ich sagen. Das Leben packe ich jetzt am Schopf, habe ich beschlossen. Nichts kann mich halten. Wer hätte es gedacht, dass ein Entschluss so viel ausmachen kann, so viel auslösen kann, dein ganzes Leben umkrempelt. Noch bin ich nervös und gespannt. Bald hoffentlich erlöst und auf Wolke sieben. Obwohl, das bin ich jetzt fast schon. Warum vergehen die Tage nicht schneller, ich kann nicht einschlafen! Gestern noch war das Aufwachen eine Qual und ich wollte im Bett bleiben, alles war sinnlos. Jetzt kann alles nicht schnell genug gehen und es macht einfach so viel Sinn!

Dabei weiß sie noch von nichts.

Mein Entschluss aber, der steht fest. Lang hat sie nun gewartet, 46 Tage.

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Am Bahnsteig

Können sie mir vielleicht einen Euro oder zwei oder so für Essen und ich bin ehrlich, für Tabak, geben?

Fragt sie.

Man soll ja ehrlich sein… und sie lächelt.

Ich zögere.

Wieder diese Situation.

Dann gebe ich ihr 50 Cent.

(Drei Minuten später kommt die nächste.)

So nah und doch

so fern.

So fern. Sehr fern. Immer ferner. Und doch zu nah. So nah, dass es schmerzt. Immer wieder. Die Ursache: nicht nah genug. Irgendwo zwischendrin und nirgendwo.

„Es wäre irgendwie cool, wenn ich das mit dir zusammen erlebt hätte.“
-„Ja, stimmt. Diese Erfahrung mit jemandem zu teilen hätte was.“

Mit JEMANDEM

Wären wir fern genug würde mich so etwas nicht kränken. Aber das sind wir nicht. Wären wir nah genug hätte ich Dir meine Meinung gesagt.

Nun ja, das Leben geht weiter. Los gehts! Koffer packen!

Mal wieder.

Kopfweh. Hab den ganzen Tag fast nichts gegessen. Ein herzhafter Snack im Flugzeug. Wohl zu wenig. Noch dazu sehr müde. Zwei Flüge hinter mir. Stress beim Umsteigen zweimal. Hat aber alles geklappt. Gott ist mit mir. Jetzt drei Stunden Zugfahren. Reisetag. Schneller Ortswechsel. Pendler. Zehrendes Leben. Zumindest eine Entscheidung hab ich heute geschafft zu treffen (wörtlich: eine Krise gelöst). Ich hab mich im Wirrwarr der deutschen Bibelübersetzungen durchgerungen und bin zu einem Entschluss gekommen. Entschlussfreudigkeit, das ist ja sonst nicht immer so meines. In manchen Dingen. Bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen, entscheide ich nicht, sagt das Fluglotsentestergebnis. Zu rational bin ich. Und zu geduldig. Zu entspannt. Haha. Wie stellen die das nur alles fest, mit ihren Strichmanschkerltests? Das frag ich mich. Weil es stimmt ja.

Wirrer Text, ich weiß. Bin ich auch wirr? Entwurzelt? Ich freue mich auf das schöne Buch! Gemeinsam mit dem von Danielle wird es dann ein perfektes Leseerlebnis. Wäre nur schön, vielleicht nicht immer nur alleine zu lesen? Ich werde mir eine Checkliste machen, dann schaffe ich es, das ganze Buch mal durchzulesen. Gute Idee? Welche Übersetzung aber? Apropo Krisen, Problem und Entscheidungen: Was machen Fluglotsen den ganzen lieben Tag lang? Probleme suchen. Das hab ich sehr amüsant gefunden. Das hat der Führer durch den Arbeitsplatz so formuliert. Eschede Hauptbahnhof. Weiter gehts. Kurze Nacht heute, morgen gehts gleich wieder los.

Du tanzt und chauffierst. Was machst du wohl sonst noch so?

Ich nehme jetzt mein Buch zur Hand.

Mein Buch.

🙂

PS: Warum ist mir gerade heute auf der Straße jemand begegnet, der eine Umfrage zu seiner Bibelarbeit gemacht hat?

Ich möcht so gern

Ich möcht so gern

Ich möcht sooo gern einfach in die Natur, wandern und sich spontan in die Wiese legen; aufs frische grüne Gras, die Luft einatmen und der Natur lauschen. Durch den Wald stapfen und die Bäume beklettern. Dort, wo keine Menschen sind, eins sein mit der Schöpfung, sie bewundern. Ich hab das Verlangen, in die Luft zu schauen, den ganzen Tag im Freien zu bleiben und nichts zu tun, vielleicht sogar auch die ganze Nacht.

Dort, wo keine Menschen sind.

Kommst du mit?

Arthur

Was macht er jetzt wohl? Ist er noch bei der Stadtmission? Ist er nüchtern? Eigentlich war er ja echt nett und hat sich quasi ja bedankt bei uns.
Wie wohl sein Leben aussieht? Irgendwie sah er normal aus, also nicht wirklich heruntergekommen.. Nur sein Zustand…! War er unter Drogen? Oder war es wirklich nur Bier?
Er tat mir leid, obwohl ich wusste, dass das in dem Moment nicht wichtig war, sondern dass wir vorsichtig sein müssen.
Und wie verloren er immer wieder wirkte. Vor allem, als wir ihn „abgegeben“ haben.
Und die drei oder vier Orte, wo er hinwollte. Erst sein Freund, den er verloren hatte, dann seine Mama, wo er sich nicht traute anzurufen. Da sah er aus, wie ein kleines Kind, das etwas angestellt hatte und große Angst hatte, nach Hause zu gehen.
Und ich war echt froh, dich dabei zu haben. Allein hätte ich mich nicht mal getraut, ihn anzusprechen.
Weißt du noch, wie er so ganz plötzlich einfach aufs Gleis gesprungen ist und es dann ohne Hilfe nicht mehr geschafft hätte hoch zu klettern?
Wie es ihm jetzt wohl geht, während ich dir schreibe…?

Freude

Wenn einem, so ganz unverhofft, plötzlich die Freude überkommt!
Wahrscheinlich ein recht zufälliger Zusammenfall mehrerer freudiger Kleinigkeiten.
Eine neue Waschmaschine. Die Wohnung geputzt. Gut gearbeitet, auf die erste Probe ausreichend vorbereitet. Ordnung. Freunde in der WG. Eigentlich weiß ich nicht, was es ist, aber ich kann vor Freude hüpfen. Ein Lächeln im Gesicht. Jetzt noch ein Stündchen tröten.
Smileys.
😀
🙂