Ich wollt

Ich wollt mir das Bett machen, aber habs noch nicht.
Ich wollt das Zimmer saugen, aber habs noch nicht.
Ich wollt meine Möbel neu positionieren und den Tisch zerlegen, aber habs noch nicht.
Ich wollt die Abschwasch erledigen, aber habs noch nicht.
Ich wollt deinen Computer schon fertig haben, aber habs noch nicht.
Ich wollt die neu gemachten Fotos aussortieren, aber habs noch nicht.
Ich wollt spontan wo hinreisen, aber bins nicht.
Ich wollt meine Eltern anrufen, aber habs noch nicht.
Ich wollt den Einkauf erledigen, aber habs noch nicht.
Ich wollt mich in den Park setzen und mein Buch lesen, aber habs nicht.
Ich wollt dich mit einem neuen Computer spontan besuchen.

Ich wünscht, ich hätt mehr Energie.

Traum

Heut Nacht hat mir von Rafael geträumt. Ich war in seiner riesengroßen Wohnung, eine ganze Etage groß, nein, es war sein Haus, mit diversesten Räumen. Eine richtige Villa. Alle Räume waren alt und wunderschön – teuer. Und mit lauter versteckten Funktionen waren sie ausgestattet: Per Knopfdruck ging die Wand auf und ein Computersystem kam hervor (ganz wie so in alten James Bond-Filmen) aber es war noch nicht ganz ausgereift, es funktionierte noch nicht alles wie es sollte.
Rafael besaß total viel Kunst: ein ganzes Zimmer seines Hauses war voll mit bunter Cover-Art: alles total schöne Hüllen und Boxen und Behälter, die Regale zweimannhoch voll. Im untersten Stock war eine Dienstmagt angestellt, mit Hund, die sich um alles kümmerte, in den oberen Stöcken logierte Rafael. Und er konnte alle Musikinstrumente so gut spielen! Einmal hörte ich ihn auf der KLarinette blasen: Wow! Dieser Ton, dieses Vibrato (es klang ganz nach FReisemanagement) aus meiner Klasse. Ich wurde innerlich ganz wütend weil ich mich fragte, warum ich KLarinette studierte, wenn Rafael eh so gut spielen konnte. Er konnte nämlich auf jedem Instrument spielen. Und das in seinem Art-Raum. Ich wollte alles anschauen und zu gern hätte ich auch alle Knöpfe gedrückt und die Funktionen ausprobiert, aber das war ihm nicht so ganz recht. Ich war ihm wohl nicht ganz geheuer. War er misstrauisch, dass ich ihm vielleicht etwas zerstören könnte?

Und dann sah ich sie.

Die schneebedeckte Landschaft schob sich entlang der Fenster, die ersten Sonnenstrahlen glitzerten über den Feldern. Der Zug war halb voll und es roch leicht nach Kaffee, oder zumindest bildete ich es mir ein. Ein paar Leute plauderten in angenehmer Lautstärke. Ich verstand die Sprache nicht. Und dann sah ich sie. Dort am anderen Ende des Waggons saß sie. Einen roten Mantel hatte sie, eine bunte Haube. Hübsch sah sie aus. Die nächste Station war Nischnewartowsk. Wann genau wir dort ankamen, das wusste ich nicht. Der Zug hatte keine Anzeige, auch sagte niemand etwas durch. Man fuhr einfach, völlig zeitlos und entkoppelt. Man konnte nur schätzen, wann es soweit war. Durch die Fenster spürte man buchstäblich die Wärme der schwachen Sonnenstrahlen.

Im Zug

Ich sitze schon eine Station im ICE, als er einsteigt und fragt, ob neben mir noch frei sei. Ich bejahe. Er ist jung und sieht gut aus. Vermutlich mein Alter. Das heißt nun aufmerksam sein und fleißig wirken. Noten raus, Kopfhörer in die Ohren und meine Stellen für morgen und übermorgen pauken.
Er öffnet seinen Laptop und liest irgendetwas fürs Studium, vermute ich. “Demographischer Wandel” steht über einem Abschnitt. Dann wird er angerufen. Also iPod leise stellen und zuhören.
“Naaaaa?” –
Er lacht ein bisschen. “Also einfach nur müde oder Kater?”
Nein danke, schießt es mir durch den Kopf. So jemanden brauche ich nicht. Sein Wortschatz ist auch nicht sehr elegant. Ich lächle zufrieden vor mich hin, weiß meine Freunde und deren Manieren mal wieder mehr zu schätzen und wende mich den sinfonischen Metamorphosen zu. Die Pause war lang genug.

Unbekanntes Land

Ich weiß noch nicht mal, ob ich morgen oder übermorgen dort ankommen werde… Übermorgen wäre besser. Viiiiieeel besser.
Neue Noten, neue Leute. Ich weiß noch nicht mal genau, wooo ich hinfahre.. So ungeplant war ich noch nie..
Und ich habe wirklich keine Ahnung, was da auf mich zukommt.
Habe ich die Energie, mich auf neue Leute einzulassen? Will ich das wirklich? Jetzt? Ich würde lieber zu Hause bleiben und mir die Decke über den Kopf ziehen. Wieso denken immer alle, dass ich gaaar keine Probleme damit habe, mich neuen Leuten zu öffnen und auf diese zuzugehen? Ja, es stimmt schon oft. Aber es kostet manchmal eine ungeheure Überwindung. Ja, auch mich! Vor allem komme ich dort mindestens einen Tag später an, als alle anderen, die bis dahin schon supergute Bekannte sind.. Und ich muss mir dann alles erkämpfen. Ich. Die Neue. Die es sich leistet zu spät zu kommen. Pffff.
Außerdem bin ich eine Aushilfe. Vielleicht kennen sich alle anderen schon.

Und dann bin ich noch nicht mal perfekt vorbereitet, was meine Unsicherheit bestimmt nicht verringern wird.

Ach ja. Ich bin eben auch nur ein Mensch. Und wenn die kommende Woche bedeutet, dass ich viel Zeit für mich und zum Üben habe, hätte ich eigentlich auch nichts dagegen 🙂

Verwirrung

Ich vermisse dich. Oder vermisse ich ihn? Oder einfach jemanden, der für mich da ist?I don’t get myself!!!!!!!

Hochzeiten stiften nur Verwirrung. Und verstreuen seltsame Emotionen, die meinen Kopf zum Platzen bringen. Die Gedanken sowieso.
Schlafmangel, Emotionen, Gedanken. Ich würde gern einfach für einen Moment nur neben mir stehen und alles von außen betrachten. Ganz neutral und entspannt.