Spät, später, Danielle

Mega spät ist es wieder. Aber es geht mir wieder besser. Wir reden morgen darüber. Und klären das!!!
Gerade jetzt wo wir diesen Schritt Ende Oktober gegangen sind ist es umso wichtiger!, dass wir uns extrem bemühen. Sonst ändert sich sowieso nichts und das Ganze steht auf der Kippe. Bis morgen!

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Genug für heute

Ok, jetzt reichts grad. Ich bin jetzt echt absolut unentspannt. Super. Musste das jetzt sein? So ganz kurz vorm Schlafengehen? Vorm Müdewerden? Es ist eh schon meistens schwer genug für mich einzuschlafen. Für dich ist das ja kein Problem. Egal, was für unangenehme Themen man noch anspricht.

Ansprechen. Das ist genau das Problem. Ansprechen macht mich absolut kirre. Aussprechen. Das hätte ich jetzt gebraucht. Auch wenns per Telefon immer blöd ist.

Musste dieses Thema jetzt unbedingt noch auf den Tisch?

Boah, das ist mir einfach zu viel!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und wohin soll ich nun mit meiner ganzen Ladung Frust, Energie und Aggression? Bei Gott abladen. Na toll. So eine Überwindung!

Handle with care

Muss ich dir wirklich die Welt erklären, Erik? Wirklich??

Ich war davon ausgegangen, dass das nicht nötig sei. Nicht soooo krass jedenfalls. Nicht soooo detailliert.
Ich habe mich soooo riesig für dich gefreut. Gleichzeitig schossen mir die verschiedensten Fragezeichen durch den Kopf. Wie geht es nun weiter? Wann sehe ich dich? Wie ist es dort wohl? Wann fängst du überhaupt an?
Ja, du hast dich gemeldet. Ja, du hast mich informiert. Ja, es war in Ordnung, dass du um 14:41 Uhr geschrieben hast, dass du noch mit ein paar Leuten essen gehen und dich dann melden würdest. Ich hätte dich lieber am Telefon gesprochen. Natürlich. Aber es war in Ordnung. Dass dieses Essen dann ganze ZWEI Stunden dauern würde hätte ich nicht erwartet. Ich wurde immer kribbeliger und hielt es schon nicht mehr aus. Ich wusste ja nicht einmal, wann du dort anfangen würdest und wie lange du dort leben würdest.
Nach genau 121 Minuten kamen deine schriftlichen Antworten auf mein ungeduldiges Warten. Die Antworten waren knapp und teilweise schwammig. 8 Minuten später habe ich dich dann doch einfach angerufen, nur um zu erfahren, dass du immer noch nicht in Ruhe mit mir sprechen kannst.
1 Minute hätte gereicht. 60 kurze Sekunden mit mir allein am Telefon, um mir ganz kurz alle Wichtigkeiten mitzuteilen und um sich kurz zu hören.

Wie es mir heute geht? Ich bin gespannt, ob du fragen wirst.

Nein, ich bin nicht zimperlich, verwöhnt oder irgendwie sonstwas. Ich bin ich. Ich bin so, wie ich bin und gegen meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse kann ich nichts tun. Aber sie sind Teil von mir. Deshalb müssen wir sie beide akzeptieren und damit umgehen lernen.

Hattest du kein Bedürfnis mich zu sprechen?

Der Besuch

Danke, dass du hier warst!

Es hat mich echt gefreut, dich zu sehen. Und besonders auch, dass du zu mir gekommen bist! Und dann war ich auch echt überrascht, dass du so gut gelaunt warst, so fröhlich. Wie kann man dann anders, als auch fröhlich sein? Es war eine schöne Zeit! Ich danke dir dafür.

Innerlich schwache Beine

Das hast du also mit deinem Papa besprochen. Und jetzt bist du mutig und gewappnet. Eigentlich gut. Und meine Eltern würden wahrscheinlich das Gleiche meinen. Ich hab darüber nicht mit ihnen gesprochen.

Jetzt werd ich ganz nervös – und labil.

Du zählst das immer so ab, die Zeit, in Jahren, Monaten, Wochen, Tagen, Stunden und Minuten… das mach ich nie. Das macht mich ganz schwubbelig. Abrechnungstag. Wie wenn man das Prüfungsergebnis zurück bekommt. Welche Note hast du? Hast du genug getan? Bist du gut genug? Wie war deine Leistung? Was hast du voran gebracht in all dieser Zeit? Was ist das Ergebnis? Immerhin sind es jetzt schon 1,5 Jahre. Da muss schon was passiert sein in der Zeit. Was sagt die Statistik?

Das wird also eine harte Woche. Eine wackelige. Unverblümte Kritik von der Chefin, und dann auch noch endgültiger Danielle-Talk. Und das mehr oder minder gleichzeitig – ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht zusammenbreche. Innerlich. Am Ende steh ich dann alleine da, ganz einsam und verlassen, auf schwachen Beinen. Zeitlos in einem leeren Raum. Ohne dich. So als wärst du nie da gewesen. Als seist du Geschichte, gestorben. Mir wird grad ganz heiß. Es steigt mir den Hals hoch. Aber wenigstens hab ich schon ein bisschen Lebenserfahrung darin. Ich lass es nicht gänzlich an mich heran. Es kratzt.

Ich hoff sehr, es geht dir besser dabei.